Sozialpädagogische Familienhilfe

Allgemeines

Sozialpädagogische Familienhilfe nach § 31 SGB VIII ist eine Form der Hilfen zur Erziehung.

Sozialpädagogische Familienhilfe ist eine intensive, ambulante, längerfristig angelegte Hilfe zur Erziehung, die sich an Familien und Lebensgemeinschaften mit Kindern und Jugendlichen richtet, die aus unterschiedlichen Gründen eine vorübergehende familienunterstützende Hilfe benötigen und wünschen.
Sozialpädagogische Familienhilfe sind Hilfen auf Zeit, welche die Eltern befähigen, die Verantwortung für ihre Kinder wieder zu tragen und die Entwicklung der Kinder positiv zu beeinflussen und zu gestalten.
Die Betreuung wird i.d.R. in Form von Hausbesuchen, d.h. vor Ort, bei der jeweiligen Familie durchgeführt (aufsuchende Hilfeform)
Eine Fachkraft bietet regelmäßig kontinuierliche Unterstützung und Beratung bei der Erziehung, der Bewältigung von Krisen und Konflikten und im Umgang mit Ämtern und Institutionen an.
Im Hilfeplanverfahren wird mit jeder Familie ein individueller Hilfeplan erstellt. Hier werden die Ziele, die Arbeitsaufträge und die dafür vorgesehene durchschnittliche wöchentliche Betreuungszeit vereinbart.
In regelmäßigen Fortschreibungsgesprächen werden diese überprüft, ergänzt und ggf. modifiziert.

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Foto: Thomas Leuthard

Ziele

  • Hilfe zur Selbsthilfe für die Familie anzubieten
  • eigenverantwortliches Verhalten anzuregen
  • Passivität durch Aktivität überwinden
  • die Familie zu stärken und zu motivieren eigene Ressourcen und die des unmittelbaren
  • Umfelds zu nutzen und so den Alltag besser lebbar zu machen
  • alternative Handlungsmöglichkeiten für Krisensituationen zu erlernen und umzusetzen
  • unerwünschte Alltagsstrukturen neu zu ordnen und zu optimieren
  • Erziehungskompetenz zu stärken
  • alternative Konfliktstrategien zu erlernen und umzusetzen
  • materielle Lebensbedingungen zu sichern und zu verbessern
  • persönliche Kompetenzen im Umgang mit Behörden und Institutionen erweitern und fördern
  • für die Gesundheitsvorsorge zu sensibilisieren

 


Kontraindikationen

Die Maßnahme ist nicht geeignet wenn:

  • die Hilfe von den Familien nicht freiwillig angenommen wird oder nicht gewünscht ist
  • nicht mindestens ein Elternteil zur Kooperation bereit ist
  • keine ausreichende Motivation vorhanden ist, die Schwierigkeiten und Probleme mit Unterstützung, aber eigenverantwortlich zu bearbeiten
  • keine Erziehungs- und Versorgungsressourcen mindestens eines Elternteils vorhanden sind und auch nicht entwickelt werden können