Erziehungsbeistandschaften

Allgemeines

Erziehungsbeistandschaft nach § 30 SGB VIII ist eine Form der Hilfen zur Erziehung. Sie soll in geeigneten Fällen zur Vermeidung von Fremdunterbringung Minderjähriger und junger Volljähriger beitragen und die Rückführung Minderjähriger und junger Volljähriger in die Herkunftsfamilie bzw. in geeigneten Fällen deren Verselbständigung unterstützen. Hierzu werden Minderjährige und jungen Volljährige und ihren Eltern hauptsächlich vor Ort im Rahmen aufsuchender Tätigkeit und unter Einbeziehung des sozialen Umfeldes intensive und langfristig angelegte Beratung, Begleitung und Unterstützung zur Bewältigung von Problemen im Sozialisationsprozess zur Verfügung gestellt. Im Rahmen einer professionellen Beratung und Betreuung ist die vertrauensvolle und freiwillige zwischenmenschliche Beziehung des Erziehungsbeistands als Einzelperson zu den betreuten Kindern, Jugendlichen bzw. jungen Volljährigen und deren Familien das Kernstück dieser ambulanten Erziehungshilfe.

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Foto: Thomas Leuthard


Ziele

  • Sicherung des Verbleibs von Minderjährigen in deren familiären Bezugssystem
  • Verbesserung der Prognose bei Rückführungen aus teil- oder stationärer Erziehungshilfe
  • Altergemäße Verselbständigung und Integration im sozialen Umfeld
  • Organisation und Stärkung von Selbsthilfepotentialen und Förderung von individuellen Ressourcen von Minderjährigen und deren Familien bzw. jungen Volljährigen
  • Stärkung der Beziehungsfunktion der Familie (Familienbindung, psychosoziale Kompetenz)
  • Unterstützung in der Bewältigung familiärer und persönlicher Krisen
  • Stärkung der Erziehungsfähigkeit der Familie
  • Unterstützung im sozialverantwortlichen Umgang mit Konflikten und Rechtsnormen
  • Stärkung und Entwicklung von Lernchancen auf psychosozialer, schulischer oder beruflicher Ebene, Planung und Realisierung schulischer und beruflicher Integration
  • Abbau von Belastungsfaktoren in den Lebensbereichen der Kinder, Jugendlichen, jungen Volljährigen und deren Herkunftsfamilien
  • Förderung einer aktiven Freizeit- und Sozialkontaktgestaltung

 

Indikationen

  • Freiwilligkeit
  • Ausreichende Mitwirkungsbereitschaft
  • Ausreichende Familienbindung (z. B. Beteiligte wollen weiterhin familiäre Kontakte, Familienalltag muss nicht von Grund auf neu strukturiert bzw. aufgebaut werden)
  • Keine akute Kindeswohlgefährdung
  • Keine stark manifeste Verhaltensauffälligkeit oder Delinquenz beim Kind bzw. Jugendlichen

Diese Hilfe wird von uns ab Sommer/Herbst 2015 angeboten!